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    Lehrstuhl für Religionspädagogik

    Gottesauffassungen katholischer KollegstufenschülerInnen im Spiegel ihrer Sozialisation

    Eine qualitativ empirisch-theologische Untersuchung

    Teilnehmer

    Dipl.-Theol. Christian Höger; Prof. Dr. Hans-Georg Ziebertz.

    Untersuchungsproblem

    Die Studie geht von zwei aktuellen, religionspädagogischen Problemstellungen aus:
    Westdeutsche katholische Gymnasiasten leben in einer pluralistischen Gesellschaft und machen sich individuell unterschiedliche Gedanken über das Göttliche. Dabei werden sie von verschiedenen Sozialisationsinstanzen (Familie, Peer-Group, Medien, Religionsunterricht, Kirche) beeinflusst. Religionslehrerinnen und -lehrer brauchen angesichts der vielfältigen Glaubensstile ihrer Schülerinnen und Schüler empirisch fundiertes Theoriewissen, um in der didaktischen Analyse einen möglichst schülerorientierten Unterricht vorbereiten zu können.
    Die momentan strittige praktisch-theologische Frage, inwieweit sich heute bezogen auf die Gottesthematik Bezüge zwischen theologischen Glaubenstraditionen und individuellen Glaubensmustern ausmachen lassen, soll einer Lösung näher gebracht werden.

    Fragestellungen

    Was ist den Schülerinnen und Schülern in ihrem Leben besonders wichtig und welche Rolle spielt die Gottesthematik hierbei?
    Welche Gottesauffassungen besitzen die Schülerinnen und Schüler? D.h.: Glauben sie an die Existenz Gottes oder einer höheren Macht? Wie stellen sie sich das Göttliche vor? Wie stehen sie zu traditionellen philosophischen Denkwegen zu Gott?
    Wie, warum und mit welchen persönlichen Konsequenzen haben sich ihre Gottesauffassungen in ihrem Leben bisher gewandelt?
    Welchen Beitrag leisteten verschiedene Sozialisationsinstanzen hierbei?
    Welche Ziele und Inhalte halten die Schülerinnen und Schüler hinsichtlich der Gottesthematik im katholischen Religionsunterricht der Kollegstufe für sinnvoll?

    Forschungsziele

    Unterrichtsvorbereitungen für den Religionsunterricht der Kollegstufe zum Lerninhalt „Gott“ sollen – ohne elementartheologische Inhalte zu vernachlässigen – stärker an den Interessen, Erfahrungen und Fragen der Lernenden Maß nehmen.
    Anstatt ausgehend von einem Säkularisierungstheorem immer wieder die Abkoppelung des Gottesglaubens heutiger Jugendlicher in Westdeutschland von christlichen Traditionen zu diagnostizieren, gilt es, genauer nach empirisch vorhandenen Brücken zwischen Lebenswelt und Theologie zu suchen.

    Methode

    Datenerhebung: 20 problemzentrierte Interviews mit Kollegstufenschülern; Theoretical Sampling und Auswertung der transkribierten Interviews mit Hilfe der „Grounded Theory“ (vgl. Strauss, A./Corbin, J.: Grounded Theory: Grundlagen qualitativer Sozialforschung. Weinheim 1996).

    Förderung

    Das Projekt wird im Rahmen eines Promotionsstipendiums von der Konrad-Adenauer-Stiftung gefördert.

    Publikationen

    Ziebertz H.-G. (2001, ed.), Imagining God - Disappearance or Change? Münster
    Ziebertz H.-G. (2001, ed.), Religious Individualization and Christian Religious Semantics, Münster
    Ziebertz H.-G.,Schweitzer F.,Häring H. und Browning D. (2001, ed. The Human Image of God, Leiden

    Kontakt

    Lehrstuhl für Religionspädagogik und Didaktik des Religionsunterrichts
    Paradeplatz 4
    97070 Würzburg

    Tel.: +49 931 31-83131
    Fax: +49 931 31-83132
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